Latein

Wollen Sie

  • wissen, was einen Minister mit „la dolce vita“, Visa , Volvo und Lenor verbindet?
  • die Grundlagen für mehrere Sprachen gleichzeitig lernen?
  • mit dem Latinum Zugang zu einem größeren Spektrum an Studienfächern haben?
  • Ihren deutschen Ausdruck verbessern?
  • sich näher mit antiker Architektur beschäftigen oder Ausgrabungsstätten besichtigen?
  • gemeinsam mit anderen Interessierten Italien oder Griechenland besuchen?
  • in die griechisch-römische Mythologie eintauchen?

Wenn Sie eine der vorangegangenen Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, sollten Sie LATEIN lernen!

Eindrücke der Kursfahrt nach Italien

Gute Gründe für Latein

  • Wichtige Studienvoraussetzung

Zunächst einmal hat das Erlernen der lateinischen Sprache im Rahmen der Abiturausbildung einen ganz praktischen Nutzen: viele zukünftige Studenten wissen nicht, dass es an deutschen Universitäten Studienfächer gibt, deren erfolgreicher Abschluss Lateinkenntnisse bis hin zum Latinum voraussetzt. Dies betrifft beispielsweise die Fächer Deutsch, Geschichte, Englisch, Französisch, Religion, Philosophie, Archäologie. Zum Teil ist das Latinum heutzutage auch Zulassungsvoraussetzung für die neu eingerichteten Masterstudiengänge.

Zwar ist es auch möglich an der Universität die fehlenden Kenntnisse nachzuholen, jedoch gleicht es einem ungeheuren Kraftakt, in oftmals übervollen Kursen, zusätzlich zu den Vorlesungen und Seminaren, in nur drei Semestern das gesamte Latinum nachzuholen. Wer sich noch nicht sicher ist, welches Studienfach nach dem Abitur gewählt wird, sollte bereits am Kolleg Latein lernen, um sich das zukünftige Studienleben etwas leichter zu gestalten. Also: carpe diem!

  • Latein erleichtert das Erlernen vieler moderner Fremdsprachen

Zu den fächerübergreifenden Vorteilen des Lateins gehört die erworbene Fähigkeit, moderne Fremdsprachen durch Latein nachweislich leichter zu lernen. Dies gilt nicht nur für die Tochtersprachen des romanischen Sprachkreises (z. B. Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch u.a.m.), die allesamt Weiterentwicklungen des Vulgärlateins sind, sondern auch für die 1. Fremdsprache Englisch. Mehr als die Hälfte des englischen Wortschatzes ist romanischen und damit lateinischen Ursprungs. Da wir uns im Lateinunterricht sehr systematisch mit Grammatik beschäftigen, fällt es vielen Lernenden zudem leichter, sprachliche Erscheinungen im Englischen und sogar im Deutschen richtig zu begreifen.

  • Latein schult das Ausdrucksvermögen im Deutschen

Beim Übersetzen lateinischer Texte in die Zielsprache Deutsch – im Lateinunterricht wird ja fast nur Deutsch gesprochen – übt man ganz bewusst, geeignete Wörter und Ausdrücke zu suchen, sie zu prüfen und begründet auszuwählen. Durch intensive Beschäftigung mit sprachlichen Strukturen erwirbt man so über einen längeren Zeitraum ein Sprachbewusstsein, das auch die allgemeine Lesekompetenz deutlich verbessert.

Das Lateinische ist übrigens die Mutter aller Wissenschaftssprachen, auch in der Mathematik und den Naturwissenschaften! Auch Lehn- und Fremdwörter können mit Hilfe solider Lateinkenntnisse endlich richtig verstanden und gezielt eingesetzt werden.

  • Latein bietet historische und kulturelle Orientierung

Ein Zugang zum Lateinischen eröffnet sich über das Interesse an der römischen und griechischen Antike, einer wichtigen Säule der geistigen und kulturellen Grundlagen Europas. Ob in der Literatur, der Malerei oder der Musik, überall begegnen uns Stoffe und Themen, die ihren Ursprung in der Antike haben. Auch in der Philosophie und in den Naturwissenschaften leisteten die Gelehrten aus Griechenland und Rom Grundlagenarbeit, die unsere Weltsicht bis heute prägt.

Dem Kennenlernen und der kritischen Auseinandersetzung mit der Antike nimmt, neben der Spracharbeit, im Lateinunterricht den meisten Raum ein.

  • Exkursionen und Studienfahrten

Im Rahmen des Lateinunterrichts werden mindestens einmal im Schuljahr, im Rahmen einer Exkursionen, Führungen durch mit die ständigen Ausstellungen der Antikensammlungen Berlins (Altes Museum, Pergamonmuseum und Neues Museum) angeboten. Außerdem besuchen wir Sonderausstellungen zur Antike in Berlin. Seit 2001 bieten wir jeweils im Frühsommer Fahrten in verschiedene Gegenden des griechisch-römisch geprägten Mittelmeerraumes je nach Interessenlage unserer Kollegiat*innen an. So waren wir schon in Rom, der Toscana, und am Golf von Neapel. Geplant sind auch Fahrten an die Westküste der Türkei und nach Süddeutschland.

  • Abschlussmöglichkeiten:

Wird im Fach Latein eine schriftliche oder mündliche Abiturprüfung erfolgreich abgelegt, entspricht dies automatisch dem Nachweis von Lateinkenntnissen auf dem Niveau des Latinum. Dies gilt für Leistungskurse und Grundkurse.

Wer Latein im Grundkurs bis Q4 belegt, kann auch außerhalb der Abiturwertung eine Ergänzungsprüfung zum Erwerb des Latinum an unserem Kolleg ablegen. Eine separate Latinumsurkunde wird dann dem Abiturzeugnis beigelegt.


Vorkurs

Themen:

  • Latein im deutschen Wortschatz
  • Alltagsleben in Rom
  • Architektur im Rom der Antike – zentrale Sehenswürdigkeiten in ihrer historischen Entstehung
  • Griechisch-römische Mythologie – Kennenlernen der Götterwelt
  • Bedeutende Persönlichkeiten: Caesar, Augustus, Cicero, Nero
  • zusätzlich: kleine Vorträge je nach Interessenlage der Gruppe
  • eine Exkursion wahlweise in das Alte Museum oder das Pergamonmuseum

Inhalte:

  • Basisgrammatik der ersten Lehrbuchlektionen
  • Grundlagen des Satzbaus, lateinisch-deutscher Sprachvergleich

Methode:

Auch wenn das Übersetzen lateinischer Lehrbuchtexte ins Deutsche (nicht umgekehrt – niemand muss also mit der Aussprache kämpfen!) und das Einüben der wichtigsten grammatischen Erscheinungen nach wie vor im Vordergrund stehen, so ist der Lateinunterricht am Kolleg abwechslungsreich. Mal arbeitet man allein, oft aber auch mit einem Partner oder in der Gruppe, gelegentlich auch spielerisch und kreativ – je nach Wunsch und Zusammensetzung der Lerngruppe gestalten wir die Arbeitsweise, gehen auf verschiedene Lerntypen ein, berücksichtigen Vorkenntnisse und das individuelle Lerntempo. Auch spielt das Kennenlernen von Lerntechniken eine große Rolle, wichtig z. B. für die Vokabelarbeit.

Jede*r Kollegiat*in erhält ein Lehrbuch zur Ausleihe, ein zusätzliches, auf das Lehrwerk abgestimmtes Arbeitsheft kann gekauft werden. Weitere Arbeitsmaterialien stellen wir als Kopie zur Verfügung.


Einführungsphase / E-Phase

Themen:

  • Römische Frühgeschichte (Romulus und Remus u.ä.)
  • Die Etrusker
  • Feste im antiken Rom: Triumphzug, Gladiatorenspiele, Theateraufführungen
  • Alltägliches
  • Punische Kriege: Hannibal
  • Das römische Heer
  • Die Römer und ihr Verhältnis zum Meer
  • Handel und Piraterie
  • Sklaven in Rom

Inhalte und Methoden:

  • Fortführung der Lehrbucharbeit (vergleiche Vorkurs)
  • Arbeit mit dem Lateinisch-Deutschen Wörterbuch (gegen Ende des 2. Kurshalbjahres)
  • Gestaltung von längeren thematischen Vorträgen (20 Min.) zu selbstgewählten Themen

Qualifikationsphase / Q-Phase

1. Kurshalbjahr (Q1)

Gesellschaft und Alltagsleben
Im ersten Semester der Q-Phase wird die Lehrbucharbeit (Themen sind u.a. Frauen in Rom; Der Vesuvausbruch; Süditalien und Sizilien) fortgesetzt und mit der Übergangslektüre (vereinfachte Originaltexte: z. B. Privatbriefe Ciceros) begonnen.

2. Kurshalbjahr (Q2)

Geschichte und Politik
Im zweiten Semester werden die Gallischen Kriege unter Caesar behandelt, wie z.B. Verlauf und Ergebnisse, Darstellung fremder Völker sowie Caesar als Feldherr und Politiker. Auch die Rhetorik kommt nicht zu kurz: interessant sind die verschiedensten Reden, Redeanlässe und -situationen sowie die jeweiligen historischen Hintergründe.

3. Kurshalbjahr (Q3)

Philosophie bei den Römern
Überwiegend anhand von Texten von Cicero und Seneca beschäftigen wir uns mit philosophischen Richtungen, vor allem mit der Stoa und dem Epikureismus, mit Staatstheorien oder mit der praktischen Ausübung der Religion. Der Wandel gesellschaftlicher Haltungen und Wertvorstellungen in den verschiedenen Epochen Roms spielen in diesem Semester ebenfalls eine große Rolle.

4. Kurshalbjahr (Q4)

Welterleben in poetischer Gestaltung
Im vierten Semester geht es um die viel gerühmte römische Dichtung.
Vor allem Ovid und Vergil werden behandelt in der Auseinandersetzung mit ihren Epen, der Äneis und den Metamorphosen oder der „Liebeskunst“.


Abitur

In allen Sprachen wird seit 2007 das Zentralabitur geschrieben, d.h. auch in Latein. Es besteht aus der Übersetzung eines Originaltextes (2/3 der Zeit) und der Interpretation eines auch in deutscher Übersetzung vorliegenden Textes zu Themen wie Stilistik, literarischer und geschichtlicher Hintergrund, Rhetorik, Philosophie und Dichtung.