Spanisch

Wussten Sie schon, dass Spanisch zwar nach Mandarin, aber noch vor Englisch, mit über 470 Millionen Sprecher*innen die meist gesprochene Muttersprache der Welt ist? Insgesamt gehören etwa 570 Millionen Personen der Hispanität an. Am Treptow-Kolleg ist Spanisch seit dem Schuljahr 2004 / 2005 als 2. Fremdsprache fest etabliert und erfreut sich seit Anbeginn einer großen Beliebtheit. Wählbar ist Spanisch bereits ab dem Vorkurs, der in der Regel im Januar beginnt, und kann nach der Einführungsphase als Grund- oder Leistungskurs in der Qualifikationsphase weitergeführt werden.

Eindrücke der Kursfahrt nach Spanien

Warum sollten Sie Spanisch lernen?

In etwa 20 Ländern ist Spanisch Amts- und Volkssprache zugleich, weshalb insbesondere Sprachreisen und Urlaub zu den Hauptargumenten zählen, diese Sprache zu erlernen. Aber auch im Bereich Wirtschaft, Handel und Verkehr gewinnt die spanische Sprache immer mehr an Bedeutung, weshalb es sinnvoll sein kann im spanischsprachigen Ausland Praktika zu absolvieren, um später Einstellungschancen auf dem Arbeitsmarkt zu vergrößern. Nicht nur in den Megametropolen Lateinamerikas, wie Mexiko Stadt, Buenos Aires, Bogotá oder Lima, brodelt die movida hispana, sondern selbst bei uns im deutschsprachigen Raum gibt es immer mehr Spanischsprechende sowie kulturelle Begegnungsstätten, so gibt es in Berlin u.A. das Haus der Kulturen der Welt, das Instituto Cervantes, das Iberoamerikanische Institut oder das Pangea-Haus, die sich dem interkulturellen Austausch, Bildungsangeboten aber auch der zeitgenössischen Kunst widmen.

Veranstaltungen wie der Karneval der Kulturen bringen den Reichtum der hispanischen Kultur zum Ausdruck, der sich von Musik und Tanz (Flamenco, Rumba, Salsa, Merengue, Cumbia, Tango, etc.) über die Bildende Kunst und Filmkunst (Dalí, Miró, Goya, Picasso, Pedro Almodóvar, Alex de la Iglesia) bis zur Literatur erstreckt (Calderón de la Barca, Pablo Neruda, Gabriel García Márquez, Isabel Allende, Miguel de Cervantes, Ramón Sender oder gar Mario Vargas Llosa, der bereits den elften Vertreter der Hispanität mit dem Nobelpreis für Literatur stellt).

Was könnten Sie zusätzlich tun, um Ihre Spanischkenntnisse zu verbessern?

Kontakte zu Muttersprachler*innen (z.B. im Rahmen eines Tandems) oder zusätzliche Sprachkurse (z.B. zur Vorbereitung und Ablegung der DELE-Prüfung beim Instituto Cervantes), wenn möglich, auch Besuche in Ländern der Hispanität begünstigen den sprachlichen und interkulturellen Fortschritt der Lernenden erheblich. Insbesondere Lernende der Leistungskurse tun gut daran, mindestens eine dieser persönlichen Vertiefungsmaßnahmen zielbewusst anzustreben. Die Erfahrungen, die Sie dadurch zusätzlich sammeln, werden womöglich nicht nur Ihr schulisches, sondern Ihr ganzes Leben entscheidend bereichern.

Zu guter Letzt eröffnet Ihnen die Kenntnis der spanischen Sprache bei über 418 Millionen Sprechern in Süd-, Mittel- und Nordamerika auch außerhalb der Schule mindestens in zweifacher Hinsicht den Zugang zu einer neuen bzw. der Neuen Welt.


Vorkurs

Im Vorkurs arbeiten wir bislang mit dem Lehrbuch «Tramontana – Intensivkurs Spanisch» (Schmetterling Verlag), das erwachsenen Lernern gerechter wird als andere Lehrbücher, die von den gängigen Schulverlagen herausgegeben werden. Die Texte enthalten von Anfang an viele landeskundliche Details und informieren über diverse Länder der Hispanität. Die Konversation und die Vermittlung des Basiswortschatzes unter Berücksichtigung der vier Hauptkompetenzen (Hören, Sprechen, Lesen, Schreiben) sowie der Erwerb der grammatikalisch-syntaktischen Grundstrukturen stehen im Vordergrund. Von allen Weltsprachen weist Spanisch die geringste Diskrepanz zwischen gesprochener und geschriebener Sprache auf, weswegen das Schreiben weniger Probleme als in anderen Fremdsprachen bereitet.


Einführungsphase / E-Phase

In der E-Phase werden die im Vorkurs erworbenen Grundkenntnisse anhand des Lehrwerks „Puente Nuevo 1” (Diesterweg Verlag) zielstrebig erweitert. Das Schülerbuch umfasst zwölf vom Aufbau her relativ gleichwertige und überschaubare Lektionen, die mit aktuellen kulturellen Aspekten Spaniens und Iberoamerikas verwoben sind. Im Unterschied zu dem im Vorkurs benutzten Lehrwerk gibt es eine steilere grammatikalische Progression mit klaren Übersichten über die erworbenen Sprachstrukturen am Ende jeder „Unidad”. Begonnen wird bei Lektion 4, wobei als Ziel bis zum Ende von E1 die „Unidad” 9 angestrebt wird.

Dank des seit einigen Jahren erfolgreich praktizierten Teilungsunterrichts mit einer durchschnittlichen Kursstärke von 13-15 Kollegiat*innen bei sechs Wochenstunden im ersten Halbjahr ist ein rasches Vorwärtskommen ohne Überforderung der Kollegiat*innen möglich geworden.

In E2 stehen zwar nur noch vier Wochenstunden Spanisch auf dem Stundenplan, da aber nur noch drei Lektionen durchgenommen werden müssen, können schon die ersten freien Hör- und Lesetexte zum Unterricht herangezogen werden. Bei einer ausreichenden Zahl an Interessenten in E2 ist auch ein Verstärkungskurs zur Vorbereitung auf einen Leistungs- oder Grundkurs möglich.


Qualifikationsphase / Q-Phase

Während im Vorkurs sowie in der E-Phase der Fokus auf dem reinen Spracherwerb liegt, werden in der Q-Phase zudem folgende Semesterthemen des Rahmenlehrplans behandelt:

1. Kurshalbjahr (Q1)

Individuum und Gesellschaft

  • Aktuelle soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklungen und Konflikte Lateinamerikas

2. Kurshalbjahr (Q2)

Nationale und kulturelle Identität

  • Spanien in Europa

3. Kurshalbjahr (Q3)

Eine Welt – globale Fragen

  • Ein- und Auswanderung und deren Folgen

4. Kurshalbjahr (Q4)

Herausforderungen der Gegenwart

  • Das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen, Ethnien, sozialer Schichten und Religionen in Lateinamerika und Spanien